DigiTalk

Die monatliche Abendveranstaltung zu aktuellen Themen der digitalen Transformation. Jeweils drei Abende behandeln einen Teilbereich eines Themas und bauen aufeinander auf. Mit Impulsreferaten und Podiumsdiskussionen schafften wir ein Bewusstsein für Möglichkeiten und Herausforderungen der technologischen Veränderungen. Wo Handlungsbedarf besteht, kommunizieren wir an die Politik.

Expertinnen und Experten

Martina Kitzer

Martina Kitzer
Agile Coach bei Hutchison Drei

Mag. Martina Kitzer leitete zuvor die Personalentwicklung im ÖGB und konnte mit unterschiedlichen Jobtiteln sehr umfangreiche und vielseitige Erfahrungen in nationalen und internationalen Konzernen und KMUs sammeln. Dabei war und ist sie mit Herz und Hirn, mit voller Überzeugung und hohem Engagement Personal- und Organisationsentwicklerin, Trainerin, Recruiterin, Beraterin, Führungskraft und Expertin, HR Business Partnerin, Agile Coach und seit kurzem Relationale Coach und Agile Transformation Coach. Sie ist sehr offen für Digitalisierung und die neue Arbeitswelt, hat dazu auch zahlreiche Ausbildungen absolviert und ist in erster Linie immer zukunftsorientiert und an nachhaltigen Entwicklungen interessiert.

Christian Trübenbach

Christian Trübenbach
Senior Consultant bei Great Place to Work® in Österreich.

Nach dem interdisziplinären Geographie-Studium in Deutschland Beratungstätigkeiten in der institutionellen Markt- und Meinungsforschung, anschließend Fokus auf Unternehmenskulturentwicklung mit dem Schwerpunkt New Work / New Leadership.

Werner Illsinger

Werner Illsinger
Werner Illsinger ist systemischer Berater, Executive Coach und Lektor für digital Transformation Management an der Carinthia University for Applied Sciences.

Er hat jahrzehntelangjährige Erfahrung im Bereich der Digitalisierung bei debis (jetzt T-Systems), Microsoft sowie Raiffeisen, hat einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut. Er ist Gründer und Präsident der Digital Society und setzt sich für die positive Gestaltung der digitalen Transformation ein. 

Digitale Transformation

Als erstes haben wir uns mit dem Thema der digitalen Transformation beschäftigt. Digitalisierung ist die Effizienzsteigerung von Prozessen. Diese Fokussiert sich auf Kostenersparnis und damit dem Profit der Unternehmen. Digitale Transformation beschäftigt sich aber mit der Erschaffung von vollständig Neuem (digitale Produkte, digitale Geschäftsmodelle und emotionale Bindung zu Kund*innen und Mitarbeitenden. 

Zukunft der Arbeit und Zukunft der Führung (Leadership)

Die Digital Society hat in einer Arbeitsgruppe zum Thema “Die neue Arbeitswelt” mit Expert*innen erarbeitet, dass das wichtigste Thema um in die Zukunft der Arbeitswelt zu kommen,  das Thema Leadership / Mitarbeitendenführung ist. Daher hat sich das Team die letzten 6 Monate mit diesem Thema beschäftigt und eine Vision der Führung der Zukunft erarbeitet. Dieser DigiTalk beschäftigt sich mit den Ergebnissen dieses Teams.

Die Themen mit denen wir uns im Team “Future of Leadership” beschäftigt haben sind:

  • Trends in der Arbeitswelt
  • Aspekte zur Zukunft der Führung 
  • Wege in die Zukunft der Führung
  • Digitale Tools (und Auswirkung auf Menschen und Führung)
  • Good Practices (positive Beispiele)

Warum wir uns engagieren?

Der Gallup Engagement Index wird seit 20 Jahren erhoben und seit 20 Jahren ist das Ergebnis nahezu unverändert. Rund 15% der Menschen arbeiten gerne und haben eine hohe Bindung an ihr Unternehmen. Weitere 70% gehen ins Büro um Geld zu verdienen und sind froh, wenn sie um 17:00 das Büro wieder verlassen können und wenn das Wochenende vor der Türe steht. Die restlichen 15% haben innerlich gekündigt und nehmen einen anderen Job an, sobald sich die Gelegenheit bietet. Es ist erschreckend, dass also 85% der Menschen einen großteil ihrer Lebenszeit mit etwas verbringen, das ihnen nicht nur keine Freude macht, sondern im Grunde Überwindung kostet. 

Das hat auch Auswirkungen auf die Menschen. Rund ein Drittel der Menschen im Arbeitsleben haben psychische Probleme. Arbeit und vor allem der hohe Stress, macht krank, wenn Menschen der Arbeit nicht gerne nachgehen. 

Die digitale Transformation ist nun eine große Chanc das zu verändern. Digitale Tools geben vielen Berufsbildern die Chance für mehr Flexibilität. Damit funktionieren aber auch die bestehenden “Command & Control” Führungsmodelle (etwas anschaffen und danach die Ausführung kontrollieren) nicht mehr. 

Veränderungen in der Arbeitswelt

Die VUCA Welt wurde durch die BANI Welt abgelöst (Brittle (brüchig), Anxious (ängstlich), Non Linear (nicht linear), Incomprehensible (unverständlich).

Die Corona Krise hat in den letzten Jahren sehr viel in der Arbeitswelt verändert. In den USA gab es die “Great Resignation”, wo viele Arbeitnehmer*innen den Job gewechselt haben, weil sie gemerkt haben, dass es im Leben auch andere Dinge gibt, als zu arbeiten. Der Klimawandel treibt auch die Nachfrage nach Jobs im Bereich der Nachhaltigkeit. Der Sinn der Arbeit rückt daher stärker in den Vordergrund. 

Führungskräfte des alten Schlages denken dass Menschen im Homeoffice nichts arbeiten. Die Realität der letzten beiden Jahre hat aber gezeigt, dass Homeoffice hervorragend funktioniert. Die Menschen haben jedoch im Homeoffice laut verschiedener Studien mehr gearbeitet als im Büro zuvor. Die Angst dieser Führungskräfte ist also unbegründet. 

Auswirkung auf die Führung

Es gibt sicherlich noch immer viele Menschen denen es nichts ausmacht, oder die es sogar vorziehen, wenn die Führungskraft klare Anweisungen gibt. Es ist bequem. Die Führungskräfte sind aber in dieser neuen Welt oft gar nicht mehr in der Lage alle Aspekte zu überblicken. Es geht also darum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bewegen und das Beste aus ihnen herauszukehren. 

Führungskräfte haben aber oft Angst Macht abzugeben. Die Herausforderung ist also Führungskräften Mut zu machen den Weg der Veränderung zu gehen. 

Führungskräfte wurden früher ausgewählt, weil sie die Besten ihn ihrem Fach waren. Führung ist jedoch eine Aufgabe die sich damit beschäftigt mit Menschen zu arbeiten. Eine Grundanforderung ist also: Führungskräfte müssen Menschen mögen. 

In vielen Unternehmen stehen die nackten Zahlen im Vordergrund. Unternehmen sind jedoch zunehmend gefordert auf das große Ganze zu sehen. Wenn wir den Planeten zerstören um Profit zu machen, bring der ganze Profit nichts. Ebenso sieht es mit den Menschen aus die für das Unternehmen arbeiten. Es zeigt sich sogar, dass Unternehmen profitabler sind, wenn Menschen motiviert für sie arbeiten

Das Thema des Fachkräftemangels ist ebenfalls ein großes Problem. Unternehmen die positiv mit Menschen umgehen, und größere Flexibilität bieten, werden leichter Menschen finden, die für sie arbeiten möchten. 

Menschen wollen individuell wahrgenommen werden. Idividualisierung ist daher auch ein großer Trend. Es geht nicht nur darum was ein Unternehmen vom Mitarbeitenden haben wollen, sondern vor allem auch darum, was Menschen wollen. Führungskräfte sind daher gefordert auf eine Win-Win Situation zu schauen. 

Die Jobs werden sich ebenfalls durch die Digitalisierung verändern. Künstliche Intelligenz kann mittlerweile Röntgenbilder besser auswerten als der beste Arzt. KI’s werden voraussichtlich auch in vielen Bereichen übernehmen Entscheidungen zu treffen. 

Fähigkeiten von Führungskräften

Führungskräfte sind also viel mehr gefordert auf Menschen einzugehen. In Zeiten wie diesen ist es ganz notwendig auf die der Führungskraft anvertrauten Menschen und deren unterschiedlichen Situationen und Bedürfnisse einzugehen. Eine wichtige Fähigkeit von Führungskräften ist daher  die Fähigkeit zu zuzuhören. Führung verwandelt sich also stärker Richtung Coach und Unterstützter. 

Vertrauen ist Grundvoraussetzung damit eine postivie Zusammenarbeit funktioniert. Vertrauen ist jedoch etwas dass man erarbeiten muss. Wenn Führungskräfte den Menschen nicht vertrauen, mit denen sie zusammenarbeiten dann ist eine postivie Zusammenarbeit schwer möglich. 

Ein weiterer Aspekt ist, dass Führungskräfte mit gutem Beispiel positiv voran gehen. Wasser predigen und Wein trinken funktioniert ebenfalls nicht. Was man von den Mitarbeiter*innen erwartet sollen Führungskräfte auch selbst vorleben.  

Was sollte getan werden?

Es würde helfen, postivie Beispiele von Führungskräften vor den Vorhang zu holen und zeigen, was gut funktioniert. Oft sind diese positiven Beispiele nicht sichtbar. 

Wichtig ist es Mut zu machen neue Dinge auszuprobieren. 

Die gesamte Aufzeichnung der Podiumsdiskussion ist für unsere Mitglieder im folgenden nachzusehen:

 

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Werner Illsinger hat nach der Absolvierung HTL Nachrichtentechnik am TGM einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, er hat langjährige Erfahrung im Vertrieb und im internationalem Management bei Microsoft sowie als Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik Consulting. Er ist Strategieberater und Lektor für Digital Transformation Management an der Carinthia University for Applied Sciences.
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