DigiTalk

Die monatliche Abendveranstaltung zu aktuellen Themen der digitalen Transformation. Jeweils drei Abende behandeln einen Teilbereich eines Themas und bauen aufeinander auf. Mit Impulsreferaten und Podiumsdiskussionen schafften wir ein Bewusstsein für Möglichkeiten und Herausforderungen der technologischen Veränderungen. Wo Handlungsbedarf besteht, kommunizieren wir an die Politik.

Unsere Dikskutant*innen

Gerhard Deimek

Abg. z. NR Dipl.Ing. Gerhard Deimek
studierte an der Technischen Universität Wien. Er war u.a. Großprojektmanager bei Siemens und ist seit 2005 Bezirksparteiobmann der FPÖ Steyr-Land. Seit 2008 ist er Landesparteiobmann-Stellvertreter der FPÖ Oberösterreich wie auch Nationalratsabgeordneter.

Zugesagt, aber leider nicht erschienen

Abg. Zum NR Dr. Elisabeth Götze,
studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie war und ist an zahlreichen Universitäten als Lektorin tätig u.a. in Wien, Vietnam, Indonesien, Estland und Kanada. Von 2015 bis 2020 war sie Mitglied des Landesvorstandes der Grünen und seit 2019 Mitglied der Landesleitung von Die Grüne Wirtschaft in Niederösterreich. Seit f2019 ist sie Abgeordnete zum Nationalrat für Die Grünen.
Die Grünen
Doris Hahn Mitgl. d. BR Doris Hahn, MEd MA
war zu ihren zahlreichen politischen Funktionen 2021 Vizepräsidentin und seit 2018 Mitglied des Bundesrates der SPÖ. Sie ist Lehrerin und war von 2015-2018 Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag.
SPÖ
Martina Kuensberg Abg. z. NR Mag. Martina Künsberg Sarre
studierte Politikwissenschaft, Publizistik und Französisch in Wien und Göteborg. Sie arbeitete u.a. als Referentin für das Ministerium für Wissenschaft und Kunst in Stuttgart wie auch für das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie war viele Jahre als Organisationsberaterin in Wien tätig. Sie ist Gründungsmitglied von NEOS und hat an der Ausarbeitung des Programms in den Bereichen Bildung und Wissenschaft maßgeblich mitgearbeitet. Seit 2019 ist sie Abgeordnete zum Nationalrat für die NEOS und fungiert als Sprecherin für Bildung und Wissenschaft.
NEOS
Rudolf Taschner Abg. z. NR Prof. Dr. Rudolf Taschner
studierte Mathematik und Physik an der Universität Wien. Er forscht und lehrt seit 1977 an der Technischen Universität Wien. Zusammen mit seiner Frau Bianca gründet er math.space im Museumsquartier Wien. Er ist Autor zahlreicher Bücher im Bereich der Öffentlichen Wissenschaft. Seit 2017 ist er Abgeordneter zum Nationalrat, Bildungs- und Wissenschaftssprecher des Klubs der ÖVP.
Die neue Volkspartei
     
Moderation:
Marion Breitschopf
Redaktionsleitung “Meine Abgeordneten”, Gründungsgesellschafterin MediaClan
Studium Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Weiterbildungen zum Thema Videogestaltung und Datenjournalismus. 1998 Co-Gründerin MediaClan GmbH, unter anderem als Geschäftsführerin und Niederlassungsleiterin in Berlin tätig. 2011 Redaktionsleitung der Transparenzplattform „Meine Abgeordneten“. Beraterin im Bereich Social Media, Online-Content und Community-Management. (Foto: Martin Skopal/ Skopal Medien e.U.)
 

Einführung

Unser Präsident Werner Illsinger führte nach einer kurzen Vorstellung der Digital Society in das Thema der digitalen Transformation ein. 

Im Bereich der Bildung un der digitalen Transformation verglich er die Ausrüstung von Schulen mit Notebooks damit dass man Schulen mit Bleistift und Papier ausstattet. Dies ist zwar sehr begrüßenswert, jedoch kommt dieser Schritt viel zu spät und geht viel zu langsam. 

Im Bereich der Fähigkeiten benötigen Menschen natürlich digitale Fähigkeiten, aber die wesentlichen Skills in der digitalen Welt sind solche die der Computer nicht kann, wie z.B. interpersonelle Skills, Kommunikation und Zusammenarbeit, Empathie, Kreativität, usw. 

Eine Studie von Gerorge Land hat gezeigt, dass unser Schulsystem Kindern die angeborenen kreativen Fähigkeiten abgewöhnt. 

Im Bereich der digital Literacy scheinen wir ebenfalls einen großen Aufholbedarf zu haben, denn nur 22% der Menschen in Österreich überprüfen Informationen die sie im Internet lesen. Im Vergleich dazu tun das in den Niederlanden 56%. 

Podiumsdiskussion

Marion Breitschopf von meine Abgeordneten moderiert die Diskussion. 

Wo steht Österreich, wenn es um lebenslanges Lernen geht? 

Herr Taschner (ÖVP)  stellt die Studie von George Land in Zweifel, Ebenso die zweite Studie dass es in Österreich im Bereich der  digital Literacy nicht ums Beste bestellt ist, glaubt Herr Taschner nicht. Laut der DESI Studie der EU stehen wir eher im oberen Drittel bei rund 60%. 

Die Digitalisierung tritt eher mit der Zeit in den Hintergrund, weil sie allgegenwärtig ist, die Herausforderungen durch die Digitalisierung werden jedoch größer – wie z.B. Herausforderungen im Bereich der Sicherheit. In diesem Bereich wird auch die Initiative “Fit for Internet” der Bundesregierung angesprochen. 

Herr Taschner sieht die Chancengleichheit der Kinder durch Trennung in Gymnasium und Mittelschule nicht problematisch. Studien zeigten, dass es keinen Unterschied macht. Der einzige Unterschied macht die Qualität des Lehrpersonals. 

Im Bereich der Digital Skills Schecks werden Kosten bis zu € 5.000,– für Unternehmen unterstützt. Herr Taschner sieht uns  innerhalb Europas im oberen Bereich in der digitalen Weiterbildung unter den Top 10. 

Frau Hahn (SPÖ) sieht uns eher im Mittelfeld in der digitalen Bildung. Klassenzimmer sehen noch immer aus wie zu Maria Theresias Zeiten, nur die grüne Tafel ist vielleicht mittlerweile durch eine digitales Whiteboard ersetzt worden. Die Pandemie hat im Bereich der Digitalisierung der Bildung jedoch einen großen Boost gebracht. Die Notebooks / Endgeräte sind jedoch noch immer nicht in allen Schulen angekommen. 

Frau Hahn sieht auch das Problem, dass die Schule eher Schülern die Kreativität durch Frontalunterricht abgewöhnt. Um das natürliche Lernen zu fördern, braucht es andere kollaborative Lehr- und Lernmethoden. 

Frau Hahn sieht die frühe Trennung in Gymnasium und Mittelschule als großes Problem. Es erzeugt einen großen Druck auf die Kinder aber auch auf das pädagogische Personal. Vermutlich auch deswegen, weil das Gymnasium in der Öffentlichkeit es geschafft hat, sich einen wesentlich besseren Ruf aufzubauen.  

Sie seht in Österreich noch immer großen Nachholbedarf im Bereich der digitalen Bildung. 

Frau Götze (Die Grünen) sind überzeugt dass Bildung die Grundlage für ein gelungenes Leben ist. Bildung wird noch immer vererbt – d.h. die Bildungslaufbahn der Kinder ist oft von der Bildung der Eltern abhängig. Hier muss Chancengleichheit geschafft werden. Es braucht für lebenslanges Lernen Rahmenbedingungen, damit unterschiedliche Bildungsangebote zusammenpassen. An dem wird in der Bundesregierung am nationalen Qualifikationsrahmen (8 Stufen des Lernens) gearbeitet, damit unterschiedliche Bildungsangebote (z.b. Lehre und Studium) aufeinander aufbauen können. 

Im Sinne der Chancengleichheit plädieren auch die Grünen für eine spätere Trennung der Kinder in unterschiedliche Bildungswege. 

Als Vorbild können die skandinavischen Länder genannt werden. 

Frau Künsberg Sarre (NEOS) ist die Chancengleichheit bei der Bildung ein sehr wichtiges Anliegen. Die frühe Trennung in unterschiedliche Schulwege (Gymnasium / Mittelschule) ist hier ein Problem. 

Weiterbildung ist Österreich überhaupt kein großes Thema. OECD Studien stellen im Bereich der Weiterbildung eher ins Mittelfeld. Gerade niederer qualifizierte Menschen haben wenig Zugang zur Weiterbildung. 

Im Bereich der Digitalisierung ist natürlich in den letzten zwei Jahren viel passiert, jedoch von sehr niederem Niveau. Hier ist daher leider noch immer viel Aufholbedarf. Es fehlt nicht nur an digitaler Infrastruktur, sondern auch an (verpflichtender) digitaler didaktischer Ausbildung für Lehrende. 

Welche Rahmenbedingungen kann die Politik, um lebenslanges Lernen bestmöglich zu unterstützen?

Herr Taschner (ÖVP): Die Politik soll einzelnen Unternehmen Unterstützung geben, um ihre individuellen Bedürfnisse bestmöglich unterstützt. Hier sind die Kammern gefordert. 

Im Bereich der Persönlichkeits-Entfaltung ist jede einzelne Person gefordert genügend Neugierde und Interesse im Sinne der Eigenverantwortung zu haben. 

Frau Künsberg Sarre (NEOS): Österreich liegt im Bereich der Weiterbildung eher im schlechten Mittelfeld. Hier sollten Anreize geschafft werden, dass mehr Menschen sich weiterbilden. 

Vorschlag der NEOS ist ein Bildungkonto wo bis zu 5000 € von Dienstgeber und Dienstnehmer gefördert angespart werden können, die dann für Weiterbildungsmaßnahmen genutzt werden können. 

Leider ist das Thema Weiterbildung kein großes Thema in Österreich. 

Frau Götze (Grüne): Es gibt mit dem neuen Minister Gespräche für das Thema der Strategie für lebenslanges Lernen. 

Wichtig ist die Anerkennung und Durchlässigkeit für Bildungsmaßnahmen. 

Microcredentials fördern die flexibilität und Durchlässigkeit. Hier geht es um die Anrechenbarkeit durch Standardisierung von Ausbildungsangeboten. Batchelor und Master Professional bietet die Kombination von Lehre und Studium, wo für das Studium erworbene Qualifikationen aus der Lehre anerkannt werden. 

Frau Hahn (SPÖ): In den meisten Fällen werden sich Menschen weiterbilden, wenn diese einen persönlichen Vorteil daraus haben (besserer Job, mehr Gehalt, …). Die Politik ist gefordert Rahmenbedingungen zu schaffen, wo dies gegeben ist. 

Eine Frage ist auch ob die Infrastruktur (Hardware, Internet, etc.) vom Unternehmen zur Verfügung gestellt. Es geht auch darum ob die Breitband Infrastruktur überhaupt überall / flächendeckend im notwendigen Ausmaß zur Verfügung steht. 

Wie schafft es die Politik, Menschen die aus dem Arbeitsprozess durch die Digitalisierung herausfallen wieder ins Arbeitsleben integriert werden können?

Frau Götze (Grüne): Es gibt im Bereich der Mobilität sowie Umwelt Arbietsstiftungen die den Einstieg in diese Bereiche fördert. Seitens des AMS gibt es einen Bildungsbonus von €180,– im Monat für Arbeitslose während der Corona Krise um die Zeit der Arbeitslosigkeit für Weiterqualifizierung zu nutzen.

Frau Künsberg Sarre (NEOS): Für Menschen ohne Job ist das AMS verantwortlich. Hier gibt es um treffsichere Weiterbildungsangebote. Bei Langzeitarbeitslosen würde auch psychologische Unterstützung beötigt, um die Menschen aus dieser schwierigen Situation herauszuholen.

Frau Hahn (SPÖ):  sieht auch das AMS in der Verantwortung. Hier ist auch das Thema Umschulung un die Unterstützung dabei wichtig.

Aufzeichnung der Veranstaltung

Im folgenden können unsere Mitglieder die Veranstaltung (aus Datenschutzgründen ohne Publikumsdiskussion) in voller Länge nachsehen. 

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Werner Illsinger hat nach der Absolvierung HTL Nachrichtentechnik am TGM einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, er hat langjährige Erfahrung im Vertrieb und im internationalem Management bei Microsoft sowie als Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik Consulting. Er ist Strategieberater und Lektor für Digital Transformation Management an der Carinthia University for Applied Sciences.
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