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Arbeitsumfeld

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Das Arbeitsumfeld verändert sich durch die Digitalisierung. Früher ging man “ins Büro” oder “zur Arbeit”. Das ist durch die Digitalisierung nicht mehr notwendig. Durch die Digitalisierung und Cloud Computing stehen die Informationen von Information Workern immer und überall zur Verfügung. Die Vision “Information at your Fingertips” wurde mittlerweile Realität. Dadurch verändern sich auch Arbeitsverhältnisse.

Mobilität

Internet und Mobiltelefon ermöglichen, dass wir immer und überall arbeiten können. “My Office is where I am” – verkünden Technologiekonzerne stolz. Ich sitze zu Hause auf der Terrasse, schaue in den Garten und arbeite dabei. Das ist zum Nutzen des Arbeitnehmers, aber auch zum Nutzen des Arbeitgebers.

Hier muss aber berücksichtigt werden, dass in Büros immer ein ergonomisches Arbeitsumfeld zur Verfügung stehen muss. Das ist oft beim Mitarbeiter zu Hause nicht der Fall. Manche Mitarbeiter haben zu Hause auch gar nicht Möglichkeit einen ordentlichen Arbeitsplatz einzurichten.

Mobilität ermöglicht auch, dass Mitarbeiter ihre Arbeit einfach beim Kunden erledigen. Warum muss ein Kunde in die Bank gehen, um über Finanzprodukte beraten zu werden? Versicherungen beraten schon seit Jahrzehnten direkt beim Kunden.

Arbeitsverhältnisse

Die Mobilität der Arbeit ermöglicht es aber auch, dass Arbeit ausgelagert wird. Wenn es nicht mehr notwendig ist, bestimmte Tätigkeiten “im Büro” auszuüben, dann können diese Tätigkeiten auch ausgelagert werden.

In manchen Bereichen erfolgt die Auslagerung an andere Firmen. Hier besteht durch die Digitalisierung und dadurch mögliche Globalisierung auch internationaler Wettbewerbsdruck. Beispielsweise wird in Österreich die Lohnverrechnung nach Zentral und Osteuropa (CEE) ausgelagert, weil dort die Lohnkosten billiger sind.

Webseitendesign, Grafikdesign und Programmierung findet oft in Indien statt, weil es hier gut ausgebildete Mitarbeiter gibt, und diese Leistungen zu günstigsten Preisen angeboten werden.

Es werden aber auch Arbeiten an externe Dienstleister in Österreich ausgelagert. Frühere Angestellte werden hier teilweise in die Selbstständigkeit gedrängt. Arbeiten werden dann auf Stundenbasis an externe Dienstleister vergeben, statt ein festes Angestelltenverhältnis zu haben. Diese befinden sich dann teilweise im Mitbewerb mit den oben genannten ausländischen Firmen. Es entsteht dadurch teilweise ein neues Prekariat.

Arbeitsumgebungen (NWoW – New Way of Work)

Büros wird es auch in Zukunft geben, auch wenn die Arbeit immer mobiler wird. Sie werden nur anders aussehen müssen. Firmen haben in den letzten Jahren oft die Büroumgebungen umgebaut. Oft stand aber dahinter die Möglichkeit der Einsparung von Quadratmetern.

Neue Büroumgebungen sind notwendig um Mitarbeiter die verstärkt zu Hause oder Mobil arbeiten im Büro eine Umgebung zu bieten, wo sie in sozialen Austausch mit Kollegen treten können. Menschen brauchen soziale Bindungen. Neue Büroumgebungen müssen so gestaltet sein, dass sie diese Interaktionen fördern. Sie müssen aber auch Rückzugsräume bieten, damit Mitarbeiter, die im Büro sind ungestört ihre Arbeiten erledigen können.

Arbeitszeit und Work-Life Balance

Die Erwartungshaltung der Unternehmen ist zunehmend auch, dass die Arbeitnehmer immer und überall erreichbar sind. In der Nacht, am Wochenende – und im Urlaub. Die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit sind daher oft sehr verschwommen. 

Diese Entwicklung bringt aber auch Nachteile für die Erholung. Mitarbeiter sind mit dem Kopf oft ständig im Büro. Auch hier bedarf es Lösungen wie die Mitarbeiter zu ihrer Erholung kommen. Studien Zeigen, dass sich Mitarbeiter durch die ständige Erreichbarkeit überfordert fühlen. Burnout ist einer der häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit bei Angestellten.

Die Gewerkschaften fordern mehr Urlaub und pochen auf die Einhaltung der Wochenendruhe und die Senkung der Wochenarbeitszeit. Haben diese Begriffe noch Relevanz, wenn man dank Mobiltelefon und Internet eigentlich ständig arbeitet? Wie können hier andere Modelle eine Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit zum Vorteil von Arbeitgeber und Arbeitnehmer schaffen?

Messung von Arbeit

Die Stechuhr ist immer noch in vielen produzierenden Unternehmen vorhanden und nicht wegzudenken. In anderen Branchen ist sie aber ein Relikt aus einer vergangenen Epoche, veraltet und vielfach hinderlich. Bei Wissensarbeitern ist die im Büro verbrachte Arbeitszeit nicht mehr das Messkriterium für Arbeit. Heute wird über leistungsbezogener Bezahlung nachgedacht.

Die Regierung hat gerade die Möglichkeit für den 12 Stunden Tag geschaffen. Manche Arbeitnehmer verstehen die Aufregung darüber nicht, weil in Wissensberufen oft die Anwesenheit gar nicht mehr gemessen oder aufgezeichnet wird.

In anderen Berufen wo physische Anwesenheit zu bestimmten Zeiten erforderlich ist, stellt es vor allem Mütter und Alleinerziehende vor große Probleme. Wie müssen Regelungen aussehen, die mit der faktischen Situation in der heutigen Zeit zusammenpassen?

Führung

Aber auch für Manager ist es heute schwierig. Früher war der Manager in der Nähe des Mitarbeiters, das Management konnte die Mitarbeiter immer unter Kontrolle haben. Heute benötigen Manager Vertrauen.

Es lässt sich schwer kontrollieren, wie viel ein Mitarbeiter arbeitet, der nicht nebenan am Schreibtisch sitzt. Mitarbeiterführung ist in der heutigen Zeit etwas anderes als vor 20 Jahren.

Unsere Forderungen

  • Sinn der Arbeit
    Vor allem die junge Generation ist mit Dienstautos und Gehältern nicht mehr motivierbar. Arbeit muss sinnvoll sein und einen Mehrwert in der Welt schaffen. Unternehmen sind daher gefordert sich zu überlegen, warum sie eigentlich existieren (und nein, Geld verdienen ist es nicht. Das ist notwendig, aber nicht hinreichend). 
  • Work Life Integration
    Moderne Unternehmen unterstützen schon heute Mitarbeitende dabei Berufs- und Privatleben besser unter einen Hut zu bekommen. Homeoffice und Flexibilität schafft hier Freiräume. Durch Smartphones ist man ständig erreichbar, und viele Mitarbeitende lesen auch am Sonntag und im Urlaub ihre Mail. Das bedarf auf der anderen Seite auch Entgegenkommen der Betriebe. Es geht hier um eine Win-/Win Situation
  • Moderne Büros
    In Zeiten von Homeoffice sind Firmen gefordert die Rolle des Büros als Ort der Vernetzung der Mitarbeiter neu zu denken. Begegnungszonen, kostenloser Kaffee und Getränke und Bereiche, wo z.b. Tischfußball gespielt werden kann, um die Kreativität anzuregen sind in vielen Tech Unternehmen bereits seit langem etabliert. 
  • Messung von Arbeit
    Arbeit kann kaum noch in Zeit gemessen werden. Dennoch bezahlen wir Mitarbeitende nach Zeit. In der Corona Krise haben sich daher auch Chefs am Anfang ganz schwer getan, dass die Mitarbeitenden von zu Hause arbeiten. Es hat sich aber gezeigt, dass Mitarbeitende in Firmen in denen das Betriebsklima stimmt und es ein gutes Verhältnis mit den Führungskräften gibt produktiver waren als im Büro. Leistungsvereinbarungen und Vertrauensarbeitszeit sind hier vermutlich besser geeignet. Hier ist die Politik gefordert, sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen und auch zwischen verschiedener Arbeit zu differenzieren. 
  • Führung
    Im Bereich der Führung verändert sich ebenfalls sehr viel. Früher wurde jener Mitarbeitende zum Chef, der seine Arbeit am besten gemacht hat, die besten Expert*innen. Heute ist die Arbeitswelt so differenziert, dass es keinen Menschen mehr gibt, der alles kann. Teams sind oft Fachübergreifend. Die Teammitglieder können die Arbeit meist viel besser als der Chef. Hier braucht es Vertrauen, dass die Expert*innen ihren Job gut machen werden, und Führungskräfte die helfen, dass die Teams bestmöglich zusammen arbeiten, Steine aus dem Weg räumen und Mitarbeitende dabei Coachen, wenn Sie Unterstützung benötigen.
    Mehr zum Thema für Führungskräfte
  • Technische Ausstattung
    Zu beginn der Corona Krise ist der Absatz von Notebooks stark angestiegen. Damit Mitarbeiter produktiv arbeiten können, benötigen sei auch aktuelle technische Ausstattung. Dazu gehört ein Notebook, Smartphone, genauso wie aktuelle Software Ausstattung und mobiler Internet Zugang. 

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